06 Mai 2008
30 April 2008
24 April 2008
Spezialthema: Japaner (Teil3)
In unregelmäßigen Abständen widmet sich der Stimmenimitator den bahnbrechenden kulturellen Errungenschaften unserer Menschenbrüder und -schwestern im Land der aufgehenden Sonne. Jetzt haben sie sich erneut selbst übertroffen. Doch seht selbst:
Zu kaufen bei den amerikanischen Importeuren von ThinkGeek. Auch toll: Der Tengu, der Emoticon Transforming Stamp und ganz besonders natürlich das USB Doomsday Device Hub. Sayōnara .
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22 April 2008
Endlich ...
Endlich blendet die Sonne wieder. Die gut funktionierenden Menschen setzen in diesen Momenten eine Sonnenbrille auf und konzentrieren sich weiterhin aufs Autofahren, ihr bodyshapendes Rollerblading oder die Bewahrung ihrer ausdruckslosen Coolness. Weniger gut funktionierende Menschen halten inne, blinzeln in den Himmel (riskieren dabei Falten!) und frönen der Überlastung ihrer Sinne. Es beginnt ja auch zu duften und zu blühen. Schön, wie bei Caribou und Four Tet aus diesem Synapsenknapsen Musik wird.
Video unbedingt großklicken. Der Frühling wirkt einfach besser mit einem großen Bildschirm.
14 April 2008
Deutschlandpremiere von Peter and the Wolf
Um viertel nach sieben kommt ein junger Mann mit zwei nicht allzu großen Taschen - dafür aber einer sehr großen Sonnenbrille und einem Ski-Anorak - eine schmucklose Bochumer Ausfallstraße heruntergewandert. Es ist der Red Hunter a.k.a. Peter & the Wolf aus Austin, Texas auf dem Weg zu seinem ersten Deutschlandkonzert in der Goldkante. Noch nicht mal eine Gitarre hat er dabei. Sein einziger Begleiter wird eine Ukulele sein, die er um etwa halb neun - es ist inzwischen dunkel geworden - das erste mal anschlägt.
Ab diesem Moment verstummt unter 50 jungen Menschen für eine Stunde jedes Gespräch. Es herrscht so andächtige Ruhe, dass Red nach einigen Songs hinter dem Mikrofon hervorkommt und unverstärkt in den Raum hineinspielt. "I don't like microphones. Microphones tell lies. They make robots out of us." Der verquere Humor bleibt rätselhaft, auch als er über die deutsche Musikgeschichte spricht, die ja nur ein oder zwei große Namen hervorgebracht habe. Meint er Mozart und Bach oder Kraftwerk und Rammstein? Sein Abschlussplädoyer lässt auf die Robotervariante schließen: "I'm the operator with the pocket calculator". Im weiteren Laufe des Abends kommt es noch zu einigen weiteren Irritationen zwischen Künstler und Zuschauern, so bei der Frage nach Publikumswünschen ("No, that's a Grizzly Bear song. I don't play Grizzly Bear songs."). Auch "Don't Fear the Reaper" von Blue Oyster Cult möchte er nicht spielen.
Der gegenseitigen Zuneigung tut dies keinen Abbruch und am Ende blickt der Red Hunter in ein tatsächlich glückseliges Publikum, das zum Zeugen einer erstklassigen Entstaubung des leidigen Freak-Folk-Mythos geworden war. Unter der Oberfläche des Skurilen waren funkelnde Songperlen zum Vorschein gekommen, die mich an das Pre-Dylan-America und an, ähm, Billie Holiday erinnern. Viele sind der Meinung, dass 5€ Eintritt für solch eine Veranstaltung eindeutig zu wenig sind und kaufen deshalb noch selbstgebrannte und -bemalte CDs. 10€ kosten die, denn der Red Hunter möchte so seine nächste Europatournee (mit Band!!!) finanzieren. Das könnte klappen, denn im Gespräch mit dem Ornithologen erzählt er, dass man nicht viel Geld braucht, wenn man fast nichts besitzt und zwei Taschen für all seine Habseligkeiten genug sind. Wenn man mit soviel Charme, einer großartigen Stimme und so grandiosen Songs gesegnet ist wie Peter and the Wolf, scheint man tatsächlich mit so wenigen Dingen auszukommen. Wir machen uns auf den Nachhauseweg in dem sicheren Wissen, heute nichts weniger als einen denkwürdigen Abend miterlebt zu haben.
Link: Peter and the Wolf - Daytrotter Sessions
09 April 2008
Indie-Hasen aufgepasst!

Am kommenden Sonntag kommt der amerikanische Peter and the Wolf in die Goldkante nach Bochum und frisst euch alle auf. Die dabei entstehenden Geräusche müssten in die Richtung Spooky Rüttelschepper Folk gehen. Was an Gerätschaften mitgezerrt wird, ist noch unbekannt. Mülltonnen oder Gospelchor. Der zartbeohrte Ornithologe und das züchtige Fräulein Kunstlehrer haben ihre Teilnahme am Spektakel schon zugesagt. Da solltest Du nicht zuhause bleiben, lieber Leser!
Ein Unkenruf hat einmal mehr meine Begeisterung geweckt. Danke, Mario.
20 März 2008
Es ist alles wahr.
Die Fahrradkuriere haben tatsächlich alle fixed gear bikes. Jedes Café hat W-lan und die entsprechenden Leute dazu. Die Schwaben am Prenzlauer Berg werden nun alt und ihre Zähne verfaulen. Und die Leute machen sich mehr Gedanken über das, was sie wollen. Das ist schon gut so. Und der Satz(-ausschnitt) des Tages hat auch recht: "Diese alte Dame Seriösität, der man allzu oft Gehör schenkt". Unterschrieben. Leider keinen Fotoapparillo dabei.
11 März 2008
Einatmen und vorwärts gehen
In der Sonne glänzt dein Kleid
Und am Himmel macht der Tag sich breit
Ein alter Mann kotzt auf die Wiese
Und die Dächer singen Lieder vom Verfall
Ich will dich verstehen
Doch am liebsten würd ich untergehen
Im Meer deiner Gefühle setze ich
Leise meine Segel und schlaf ein
Bis der Wind sich langsam dreht
Und mein kleines Boot im Meer vergeht
Und in der Luft hängt still dein Wort
"Ich glaub wir waren schonmal an diesem Ort"
Meine Gedanken schwirren um dich herum
Doch du schickst sie wieder fort
Einfach so, Einfach so ...
Und wir ziehen uns durch die Stadt
Und trampeln unsere Liebe platt
Wir haben die Welt in unseren Herzen
Und wir prügeln unter Schmerzen auf sie ein
Doch was wenn ich dir jetzt sag
Dass ich das Leben eigentlich ganz gerne mag
Gib mir deine Hand ich halt sie fest
Wir gehen zum Flohmarkt und verscheuern unseren Tag
Ich weiß nicht was dich noch so quält
Du wirst geliebt und du liebst und das ist was zählt
Und in der Luft hängt still dein Wort
"Ich glaub wir waren schonmal an diesem Ort"
Und meine Lieder lärmen laut um mich herum
Doch du schickst sie wieder fort
Einfach so, Einfach so, Einfach so ...

Dieses ganz außerordentliche Gedicht ist gar keins, sondern ein Song von Gisbert zu Knyphausen. Ende April wird er seine erste "richtige" Platte veröffentlichen und damit wahrscheinlich einen Sturm lostreten. Zu offensichtlich ist seine Art zu singen und zu texten von dem Mann geprägt, der mit seiner heillosen Romantik und seinem schwirrendem Idealismus die deutsche Popmusik bereichert hat wie kein anderer. Und genaus wie Rio Reiser langt Gisbert beherzt in den Topf der Emotionen und zerrt die raue Körperlichkeit der Welt hervor. Da kotzt dann halt ein alter Mann auf die Wiese, der Mond glotzt, denn was soll er auch sonst tun und der Tag wird auf dem Flohmarkt vescheuert. Der alte Bertel Brecht und Woody Guthrie tippen sich im Vorübergehen an den Hut und vor lauter Bescheidenheit fragt sich Gisbert, ob er nicht doch besser das Maul halten solle. Bitte lieber Gisbert, tu das nicht. Schon lange habe ich nicht mehr Lieder gehört in denen so viel geatmet, gerannt, geschrien, gezweifelt und am Ende doch geliebt wird.
Jedem atmenden, rennenden, zweifelnden und liebenden Menschen sei Gisberts Auftritt bei neuehelden.tv (Video klicken) dringend (!!!) ans Herz gelegt. Und weil der ganze Herzschmerz-Zeitvertreib am besten sowieso live ist, geht Gisbert jetzt sofort auf Tour und er wird auch in deiner Stadt spielen:
Mar 12 2008 Hasenschaukel Hamburg
Mar 15 2008 Südstadt München
Mar 31 2008 Zakk (support fuer OLLI SCHULZ) Duesseldorf
Apr 30 2008 Uebel und Gefaehrlich mit Band Hamburg
May 3 2008 LUX (mit Band) Berlin
May 9 2008 Cord (mit Band) München
May 14 2008 Stereo Wonderland (mit Band) Köln
May 16 2008 Hotel Shanghai (mit Band) Essen
Noch mehr Termine
20 Februar 2008
Gretschmann off the rails?
The Notwist haben jetzt also eine Cheerleadergruppe. Außerdem gibt es auf ihrer Website jetzt wöchentlich neue Einblicke in den Entstehungsprozess ihrer neuen Platte (6 Jahre sind das nun schon, die wir warten). Bisher kann man aber lediglich erkennen, dass Gretschmann der digitalen Bohéme (siehe auch: DigiDigiOverload)angehört. Ansonsten gibt es statt Musik nur eine angestrengte Diskussion über den richtigen Klang eines Sinustones. Dem Grad der Verkopfung würde es inzwischen auch entsprechen, führten die Herren Acher & Gretschmann ihr neues Album nicht auf popmusikalisch banalen Bühnen auf, sondern als musikalische Vertonung einer Tanztheatervorführung. Insofern liegt die moderne Tanzgruppe aus dem Video gar nicht so verkehrt.
18 Februar 2008
Yempa ba ba ba and maybe baby baby too
Awesome Tapes from Africa. Der Name ist Programm: Ein amerikanischer Student hat Kassetten aus Ghana mitgebracht und stellt sie ins Netz. Die Musik ist hauptsächlich der in Ghana heimische
High Life. Der bestand früher vor allem aus Gitarren und Bläserriffs über komplizierten Rhythmen. Seit den 80ern (als Musikinstrumente auf einmal hoch besteuert wurden) kieksen und tröten Synthies heftig mit. Heutzutage ist Hiphop natürlich zum Hauptbestandteil geworden. Alles zusammen zu sehen hier im Video, Kyenkyen bi edi me ewu, einem aufgepimpten alten Highlife Superhit von Alhaji K. Frimpong.
Das Original (60er? 70er?) ist natürlich auch vom Tape gerippt. Hier gilt wie für alle Tapes from Africa: Der Charme entsteht aus dem Lo-Fi-Charakter, der wohl nur teils durch einfachste Aufnahmetechnik zu erklären ist. Schließlich dürften die Awesome Tapes ja oftmals die x-te Überspielung sein, die den Hörer auf dem Marktplatz (sei es online oder vor Ort in Ouagadogou) präsentiert wird. So ist der Hörer von Anfang an vom nasty Weltmusikhörer-Vorwurf befreit und darf unbeschwert auf die Suche gehen.
Mit Leinenhosen, eingeflochtenen Zöpfen und Bio-Äpfeln haben die kenianischen Rapper Wakimbizi ohnehin wenig zu tun. Schon eher damit, Bescheid zu wissen, wo M.I.A. den Diplo seinen Most holen lässt. Track 11 "Honey" und "Baby Baby".
Bei Ata Kak geht die Drehzahl dann noch höher. "It sounds (...) like a warped Prince protege from Africa by way of 1986 Chicago." Yemmpa Aba ist eines der unwahrscheinlichsten Stücke Musik, das jemals den Weg auf Kassette gefunden hat. Denn obwohl das Bizarrometer am Anschlag steht, sieht man sich gezwungen, sofort mitzusingen: Yempa ba ba ba oh ja pa da bada and maybe baby baby too. Wenn man in der U-Bahn Kopfhörer aufhat, wird man dann natürlich für verrückt gehalten. Das ist in diesem Falle aber egal. Denn man möchte auf jeden Fall auf der Seite von Ata Kak stehen.
(Der Stimmenimitator ist übrigens schon seit 2006 begeistert. Aber da hat ja wieder keiner zugehört. Auch lohnenswert: Die Frankfurter Juwelengräber Analog Africa, die süd-ost-afrikanische Gitarrengötter in luxuriöse schwarze Scheiben pressen und der Blog Benn loxo du tacu, der allerdings schon öfters mal daneben langt und ein größeres Toleranzpotenzial erfordert.)
High Life. Der bestand früher vor allem aus Gitarren und Bläserriffs über komplizierten Rhythmen. Seit den 80ern (als Musikinstrumente auf einmal hoch besteuert wurden) kieksen und tröten Synthies heftig mit. Heutzutage ist Hiphop natürlich zum Hauptbestandteil geworden. Alles zusammen zu sehen hier im Video, Kyenkyen bi edi me ewu, einem aufgepimpten alten Highlife Superhit von Alhaji K. Frimpong.
Das Original (60er? 70er?) ist natürlich auch vom Tape gerippt. Hier gilt wie für alle Tapes from Africa: Der Charme entsteht aus dem Lo-Fi-Charakter, der wohl nur teils durch einfachste Aufnahmetechnik zu erklären ist. Schließlich dürften die Awesome Tapes ja oftmals die x-te Überspielung sein, die den Hörer auf dem Marktplatz (sei es online oder vor Ort in Ouagadogou) präsentiert wird. So ist der Hörer von Anfang an vom nasty Weltmusikhörer-Vorwurf befreit und darf unbeschwert auf die Suche gehen.
Mit Leinenhosen, eingeflochtenen Zöpfen und Bio-Äpfeln haben die kenianischen Rapper Wakimbizi ohnehin wenig zu tun. Schon eher damit, Bescheid zu wissen, wo M.I.A. den Diplo seinen Most holen lässt. Track 11 "Honey" und "Baby Baby".
Bei Ata Kak geht die Drehzahl dann noch höher. "It sounds (...) like a warped Prince protege from Africa by way of 1986 Chicago." Yemmpa Aba ist eines der unwahrscheinlichsten Stücke Musik, das jemals den Weg auf Kassette gefunden hat. Denn obwohl das Bizarrometer am Anschlag steht, sieht man sich gezwungen, sofort mitzusingen: Yempa ba ba ba oh ja pa da bada and maybe baby baby too. Wenn man in der U-Bahn Kopfhörer aufhat, wird man dann natürlich für verrückt gehalten. Das ist in diesem Falle aber egal. Denn man möchte auf jeden Fall auf der Seite von Ata Kak stehen.
(Der Stimmenimitator ist übrigens schon seit 2006 begeistert. Aber da hat ja wieder keiner zugehört. Auch lohnenswert: Die Frankfurter Juwelengräber Analog Africa, die süd-ost-afrikanische Gitarrengötter in luxuriöse schwarze Scheiben pressen und der Blog Benn loxo du tacu, der allerdings schon öfters mal daneben langt und ein größeres Toleranzpotenzial erfordert.)


